Was ist Peasant Magic?

Peasant Magic (zu deutsch: Bauern-Magic) ist ein traditionsreiches und auf der ganzen Welt verbreitetes Alternativ-Format. Erfunden wurde es 2001 in den USA von Robert Baranowski. Die eine große Regel, um die sich hier alles dreht lautet:

Nur Commons und maximal 5 Uncommons sind in einem Deck erlaubt!

Diese Regel macht das ganze Format sehr erschwinglich. Viele der besten Decks kosten nur um die 10-15€, denn Commons und Uncommons sind in der Regel viel billiger als Rares.

Der Vorteil ist, dass alle Spieler aus eurer Magic-Gruppe dabei eine gleiche Richtlinie haben und sich spaßige Decks aus ihren Commons und Uncommons bauen können, die ansonsten im Schuhkarton verstauben würden. Durch den relativ geringen Preis von Decks ist es auch möglich, ein ganzes Magazin an Peasant-Decks zu haben, ohne viel Geld dafür ausgeben zu müssen. Das ist eine sehr nette Abwechslung zu den üblichen Magicdecks und eine willkommene Herausforderung für Leute, die gerne Decks basteln. Denn durch die gemeinsame Regel, an die sich alle halten und die alle voll ausreizen können, gibt es auch nicht das klassische Problem von Fun-Runden, dass manche Leute viel stärkere Decks als andere haben, nur weil sie mehr Geld ausgeben. Und natürlich kann man mit Peasant Decks genau die gleichen Multiplayer-Spiele spielen wie mit anderen Decks auch.

Jedoch kann man Peasant Magic auch sehr kompetitiv spielen, und es gibt in Deutschland auch einige Läden, die regelmäßig Peasant-Turniere anbieten. Fragt doch einfach euren örtlichen Magic-Laden, ob er sowas anbietet oder anbieten würde. Und dann gibt es natürlich noch die großen Peasant Grand Prix hier in Ingolstadt, die etwa 1-2 mal im Jahr stattfinden und überregional erfolgreich sind.

Egal ob zum Spaß oder auf Turnieren, Peasant ist ein Format mit unglaublich vielen Möglichkeiten. Das Schöne daran ist, dass man sich voll austoben und ganz neue Decks erfinden kann, auf die noch niemand vor einem gekommen ist. Wie unsere Grand Prix immer wieder beweisen, gibt es keine „tollen Internetdecklisten“, die jeder nur kopiert. Bei Peasant-Magic zählt noch eigene Kreativität und Deckbau-Können! Und das Ganze für sehr wenig Geld.

Einschub für Neulinge

Als Mythic Rare, Rare, Uncommon und Common bezeichnet man bei Magic die Seltenheitsstufen der Karten. Mythic Rares sind die sagenhaften, Rares sind die seltenen, Uncommons die ungewöhnlichen und Commons die häufigen Karten.
Heutzutage kann man die Seltenheit einer Karte an der Farbe ihres Editionssymboles erkennen. Mythic Rares haben ein orange-rotes Editionssymbol und Rares ein goldenes, während Uncommons ein silbernes und Commons ein schwarzes haben.
Vor dem Jahre 1998 hatten jedoch alle Karten, egal wie selten sie waren, nur ein schwarzes Symbol. Um herauszufinden, welcher Seltenheitsstufe also eine alte Karte angehört, sollte man im Gatherer nachschauen.

So einfach die Peasant Grundregel auf den ersten Blick klingt, ist sie dennoch eine genauere Erklärung wert. Ein Peasant Deck darf also keine Rares oder Mythic Rares enthalten und höchstens 5 Uncommons. Nur Commons darf man soviele spielen wie man will.
Bei jeder Karte zählt die niedrigste Seltenheitsstufe, in der sie jemals gedruckt wurde. Das heißt, man kann beispielsweise einen Nantuko Husk aus der 10ten Edition als Common spielen, da der Nantuko Husk in der Edition Onslaught als Common gedruckt wurde. Die Timeshifted-Karten (violettes Editionssymbol) aus Time Spiral gelten in diesem Zusammenhang übrigens als Rares.
Zum Nachschauen der Seltenheit von Karten zählt nur der offizielle Gatherer. Da uralte Karten (bis 1994) nämlich in einem anderen Seltenheitsschema gedruckt wurden, muss man sie irgendwie in das heutige Schema einteilen. Bevor man sich dabei auf irgendetwas Hausgemachtes verlässt, schaut man im offiziellen Gatherer von Wizards nach, denn der hat schon alle jemals veröffentlichten Karten eindeutig in das heutige Schema eingeteilt. Außerdem kann man im Gatherer sehen, welcher Seltenheit die Karten angehören, die vor 1998 gedruckt wurden, als es noch keine farbigen Editionssymbole gab.

Die genauen Regeln findet ihr hier, die Banned-Liste hier.

Wenn man von Peasant spricht, geht man normalerweise davon aus, dass alle turnierlegalen Editionen erlaubt sind. Aber natürlich spricht auch nichts dagegen, z. B. eine Art Standard (T2)-Peasant einzuführen, in dem nur die Standard (T2)-legalen Editionen erlaubt sind. Man kann Peasant Magic eben kombinieren mit sehr vielen Arten zu Spielen. So ist natürlich auch Highlander-Peasant sehr beliebt.

Peasant und Pauper

Die Hauptunterschiede zu Pauper (=nur Commons erlaubt) sind zum einen natürlich die zusätzlichen Optionen und der stark vergrößerte Kartenpool durch die 5 Uncommons und zum anderen ist Pauper wegen tausender Spieler auf Magic Online viel weiter erschlossen. Das bedeutet, das Peasant-Metagame ist viel unbekannter und niemand weiß daher eigentlich genau welches aktuell die besten Decks im Format sind. Dies hat Vor- und Nachteile, lässt aber auch viel Raum für neue Deckentwicklungen.
Darüber hinaus unterscheiden sich die beiden Formate natürlich sowohl in der Banned-Liste als auch in der Auswahl an Common-Karten. So sind Hymn to Tourach, Goblin Grenade oder High Tide auf Magic Online beispielsweise nie als Common erschienen und können daher dort nicht in Pauper gespielt werden. In Peasant sind sie jedoch als ganz normale Commons völlig legal.

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